Die magischen Pferde im Theaterstück “GEFÄHRTEN”

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Wenn sich Technik, Mechanik, Musik, Design mit schauspielerischer Leistung von Menschen vereinen, dann entstehen Kunstwerke, welche Menschen unterhalten und ihnen einen wundervollen Abend bereiten. Abende, welche man nicht vergisst, die einem noch lange ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Momentan verzaubert das Theaterhighlight des Jahres in Berliner Stage Theater des Westens die Zuschauer. Mechanische Pferde, gespielt von jeweils 3 Personen nehmen gefangen, faszinieren, lassen die Grenze zwischen Realität und Illusion verschwimmen. Sie erwachen auf der Bühne zum Leben, man spürt ihren Charakter, sie atmen, sie bewegen sich genauso wie wirklich lebende Pferde. Täuschend echt wirken sie auf der Bühne. Man baut eine Beziehung zu ihnen auf.

Doch was steckt hinter diesen magischen Wesen, die so echt wirken im Stück GEFÄHRTEN?

Die Gesichte

Der Hauptstar der Geschichte ist Joey. Joey wird als junges Fohlen von Alberts Vater ersteigert. Albert trainiert Joey das Jagdpferd und sie bauen eine enge Verbindung zueinander auf. Doch dann bricht der 1. Weltkrieg über das Land herein. Alberts Vater verkauft Joey an die Armee. Als Albert es herausfindet ist er wütend doch sind ihm die Hände gebunden. Captain Nicholls beruhigt ihn und verspricht auf Joey persönlich aufzupassen. Doch fällt er in Frankreich und als Albert davon erfährt, meldet er sich freiwillig für die Front um Joey zu finden. Eine lange Suche beginnt.

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Joey das magische Pferd

Gebaut wurde Joey in Handarbeit von der Handspring Puppet Company in Kapstadt, ist 2,40 m groß und wiegt über 70 Kilo. Er besteht aus Rattan, Leder und Metall wodurch er sehr beweglich ist. Sein Rücken ist aus Aluminium und robust genug um auch Reiter zu tragen.

Gespielt wird er von 3 Puppenspielern auch Puppeteers genannt. Sie galoppieren, traben und spielen als Kopf, Herz und Hinterspieler gemeinsam als echtes Team im Einklang. Alle wichtigen Körperteile werden von ihnen manuell bewegt und auch die typischen Pferdegeräusche stellen sie akustisch selbst dar. Die 2 Spieler, welche im Pferd stecken, müssen eine ähnliche Körpergröße haben. Sie einen Rucksack tragend sind sie mit Joey verbunden und tragen das Gewicht hauptsächlich auf den Hüften. Einzig der Spieler des Kopfes befindet sich außerhalb des Pferdes.

Die Bedienung

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Die Ohren

Ein Pferd spiegelt mit den Ohren die Emotionen wieder und so tut es auch Joey. Sind sie nach vorn gerichtet, ist das Tier entspannt oder interessiert. Nach hinten bedeutet es Gefahr oder Angst. Kabel und Gummibänder werden über Rollen in entgegengesetzte Richtungen gezogen und ermöglichen so die Bewegung.

IMG_0361Hals und Kopf

Ein Steuergriff außerhalb des Kopfes lenkt den Pferdekopf. An einer fixen Stelle hinter den Augen ist er befestigt und wird von dem Kopf-Puppeteer geführt.

Der Schweif

Mit dem Schweig zeigt ein Pferd ebenfalls seine Gefühle. Die Bewegungen vertreiben natürlich auch Insekten, welche lästig sein können.

IMG_0772Die Vorderbeine

Aus mehreren Gelenken bestehend, werden sie mit einem Hebel über Spannfedern einzeln gesteuert. Unter dem Brustkorb des Pferdes hängen sie locker in der Führung, so dass der mittlerer Puppeteer den Körper so leicht nach oben und unten bewegen kann um die Atmung zu simulieren. Selbige ist eines der wichtigsten Elemente um Joey lebendig aussehen zu lassen.

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Die perfekte Illusion

Wer Joey einmal live erlebte, der spürt dass die Darsteller ihm eine Seelen verliehen haben. Er hat Charakter, man liebt ihn. Er zieht einen widerstandslos in seinen Bann, nimmt einen gefangen und man wird ihn nicht so schnell vergessen.

Mit den Pferden aus dem Stück GEFÄHRTEN wurde das Puppenspiel auf eine ganz neue Ebene gehoben.

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