Wie wird autonomes Fahren den Umgang der Menschen mit dem Straßenverkehr verändern?

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Autonomes Fahren – wir alle träumen davon.

Was gibt es Besseres als den Zielort einzugeben, sich zurückzulehnen, die Zeitung oder ein gutes Buch aufzuschlagen und das Auto allein fahren zu lassen? Keine Verkehrsunfälle mehr, keine Staus, einfach gemütliches Kutschiert werden von A nach B. Fast wie bei der Bahn, nur mit weniger Beinfreiheit und mehr Zeitfreiheit. Das hätte was. Doch bleiben wir erstmal in der etwas näheren Realität.

Autonomes Fahren ist nicht so fern

Mercedes hat bereits einen LKW entwickelt, der autonom auf Autobahnen fahren kann. Er nennt sich Future Truck 2025. Sobald der Fahrer in den automatischen Fahrmodus wechselt, wechselt die Front die Farbe. Hiermit wird gewährleistet, dass auch das Umfeld auf der Autobahn weiß: Achtung hier fährt nicht der Fahrer selbst. Für Nachtfahrten, Langstrecken, Berufsfahrer und bei Stau ist dies eine sehr entspannte Möglichkeit sich nicht auszupowern. Natürlich kann der Fahrer jederzeit eingreifen. Die höchste Instanz bei der Bedienung ist und bleibt der Fahrer!

Doch nehmen wir mal an, es wäre überall so: Jedes Auto könnte selbstständig fahren.

Wie würde es unser Verhalten verändern?

Würden wir unaufmerksamer werden? Das Auto tut ja alles. Wir müssen uns weniger darum kümmern. Ein Nickerchen machen, während das Auto fährt. Nein, undenkbar. Hier muss Sorge getragen werden, dass genau das nicht passiert. Aber in irgendeiner fernen Zukunft? Braucht es denn überhaupt noch Lenker, wenn LKW’s von allein fahren können? Ist man vielleicht nicht mehr Fahrer sondern nur noch als begleitender Mechaniker mit an Board?

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Und die Fußgänger? Was ist mit ihnen?

Schau nach links, nach rechts und wieder nach links, bevor Du die Straße überquerst – das lernen wir heute in der Grundschule. Wird das eingestaubt und zu den Akten gelegt? Wir müssen nicht mehr gucken. Die Autos erkennen uns doch. Wozu noch auf Ampeln und haltende Autos warten? Wir laufen einfach los. Uns kann keiner überfahren, denn die Autos scannen ja die Umgebung. Wird es gar zum lustigen Streich unter Schulkindern? Einfach auf die Straße laufen, lachen und abhauen? Wie viele Kaffeebecher werden auf diese Weise fluchend den Weg auf die Hosen der Insassen finden, wenn die Autos automatische Vollbremsungen machen?

Und wird der Führerschein dann noch etwas sein, worauf man stolz ist? Man fährt halt gar nimmer selbst. Cruisen, kennen wir das dann noch? Einfach zum Spaß rausfahren? Wird es aussterben? Mal nicht dem Spritpreisen geschuldet?

Der eigene Wille des Autos

Oder wird das Auto selbst einen einprogrammierten Willen erhalten?

“Nein, ich fahre nicht an das Ufer des Sees, diese Route ist nicht eingespeichert.”

Sind romantische Abende zu Zweit passé, weil die Autos nicht mehr an Aussichtsplattformen sich ordentlich einparken lassen? Sind Stell-Dich-Ein’s in Waldwegen nun unmöglich, weil es keine befestigte Straße ist? “Bitte upgraden Sie auf Traktor, um diesen Weg zu befahren!”

Spannende Möglichkeiten

Wenn die Autos zusätzlich mit einem medizinischen Überwachungssystem ausgestattet werden, könnte sie aufgrund der Vitalwerte, Herzinfarkte und bedrohliche Zustände erkennen und vollautomatisiert das nächste Krankenhaus anfunken und anfahren. “Besuch bei Tante Emma fällt aus, Ihr Blutdruck liegt bei 280 zu 60.” zeigt das Display an und zack gehts in die Klinik. “Wollen Sie dennoch zu Tante Emma?”, der Mensch sollte seinen eigenen Willen eben doch behalten. Doch werden Menschen dadurch leichtsinniger bezüglich ihrer Gesundheit? Fällt der Check-Up beim Doc aus, weil “wenn was wäre, würde mein Auto es mir sagen”?

Die Szenarien sind vielseitig. Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Wie es unser Leben und unseren Umgang mit dem Fahren an sich verändern wird, wird einzig die Zeit zeigen. Doch eines steht fest: Es wird anders.

Bild Future Truck 2025: Daimler AG
Bild New York Szene: ahundt / pixabay

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